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Activity Based Working richtig umsetzen: ein Leitfaden für moderne Arbeitswelten

Autor: Stefan Breitinger

Stefan Breitinger ist Vorstand der Breitinger AG und richtet bereits seit mehr als 30 Jahre Büros ein. Im Rhein-Main-Gebiet ist die Breitinger AG der kompetente Ansprechpartner wenn es um durchdachte und nachhaltige Büro-Konzepte geht.

Activity Based Working Titelbild

Autor: Stefan Breitinger

Stefan Breitinger ist Vorstand der Breitinger AG und richtet bereits seit mehr als 30 Jahre Büros ein. Im Rhein-Main-Gebiet ist die Breitinger AG der kompetente Ansprechpartner wenn es um durchdachte und nachhaltige Büro-Konzepte geht.


(Lesezeit: 7 min)

Warum flexible Arbeitswelten jetzt strategisch entscheidend sind

Activity Based Working (ABW) entwickelt sich vom Trend zum strategischen Baustein moderner Arbeitswelten. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, hybride Arbeit, digitale Prozesse und begrenzte Büroflächen sinnvoll zu verbinden. Genau hier setzt ABW an: Statt festen Schreibtischen entstehen Arbeitsumgebungen, die sich konsequent an den Tätigkeiten orientieren, von Fokuszonen für konzentriertes Arbeiten bis hin zu kollaborativen Bereichen für Teamwork.

Richtig umgesetzt steigert ABW nicht nur Produktivität und Wohlbefinden, sondern wirkt sich messbar auf Mitarbeiterbindung, Employer Branding und Effizienz aus. Dieser Leitfaden zeigt, wie Unternehmen Activity Based Working anhand eines strukturierten 5-Schritte-Modells erfolgreich einführen und nachhaltig verankern.

Activity Based Working: Vom Hype zur strategischen Antwort für moderne Arbeitswelten

Der traditionelle Schreibtisch, der starr einer einzelnen Person zugeordnet ist, gehört in den modernen Arbeitswelten von heute der Vergangenheit an. Die Beschleunigung der Digitalisierung, der Aufstieg des Hybriden Arbeitens und die Notwendigkeit, knappe Büroflächen effizienter zu nutzen, stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Das Büro der Zukunft muss eine strategische Antwort auf diese Dynamik liefern.

Diese Antwort lautet Activity Based Working (ABW).

Doch Vorsicht: ABW ist weit mehr als nur Desk Sharing oder ein kurzlebiger Hype. Es ist ein ganzheitliches Organisationsprinzip, das Raum, Technologie und Kultur intelligent miteinander verbindet. Es ist die strategische Grundlage für ein flexibles Büro, das die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter fördert.

Organisationen mit hoher Workplace-Flexibilität berichten von einer 25 Prozent höheren Loyalität der Mitarbeiter. Über 85 Prozent der jungen Fachkräfte sehen die Wahlfreiheit des Arbeitsortes als entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl an. Angestellte, die ihren Arbeitsort situationsbedingt wählen können, schätzen ihr mentales Wohlbefinden um bis zu 20 Prozent höher ein

foobar Agency Referenz von Office4You Bürogestaltung

Grundlagen des Activity Based Working: Definition und Zonen im Büro der Zukunft

Activity Based Working definiert die Büroraumplanung grundlegend neu. Statt einem Mitarbeiter einen festen Platz zuzuweisen, wählt dieser seinen Arbeitsort basierend auf seiner aktuellen Aufgabe. Der Leitsatz lautet: Der Raum folgt der Tätigkeit.

Das ABW-Prinzip: Wie flexible Arbeitsplätze die Produktivität steigern

Bei ABW wird die Bürofläche in spezialisierte Zonen unterteilt, um die unterschiedlichen Anforderungen des Arbeitsalltags zu erfüllen:

Fokuszonen

Abgeschirmte, schallisolierte Bereiche für hoch konzentrierte Einzelarbeit (Telefonboxen, Silent Rooms).

Kollaborationszonen

Flexible, technisch ausgestattete Räume für Teamarbeit, Workshops und Brainstorming.

Kommunikations- und Sozialzonen

Informelle Lounges, Küchen und offene Bereiche, die den spontanen Austausch und auch das Lernen fördern. 

Regenerationszonen

Rückzugsbereiche für kurze Pausen und mentale Erholung.

Diese Zonen ermöglichen es den Angestellten, flexible Arbeitsplätze situativ zu wählen.

Beispiel: Die Atruvia AG hat Activity Based Working als zentralen Bestandteil ihrer New Work Strategie eingeführt und dies in einer eigenen Gesamtbetriebsvereinbarung verankert.

Statt nur physische Räume zu benennen, betonen sie die drei Säulen, auf denen ihr Ansatz basiert:

  1. 1
    Freiheit: Selbstbestimmung über Arbeitsort und -umgebung.
  2. 2
    Flexibilität: Anpassung an die Tätigkeit (Fokus vs. Kollaboration).
  3. 3
    Selbstbestimmung: Die Möglichkeit, effiziente Zusammenarbeitsformen und die passende Technik zu wählen.

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Abgrenzung: Warum ABW mehr als nur Desk Sharing ist

Im Gegensatz zu reinem Desk Sharing, das primär die Flächeneffizienz maximieren soll, ist Activity Based Working ein strategisches Ordnungsprinzip. Es geht nicht darum, Plätze einzusparen, sondern darum, die Qualität der Arbeitsumgebung für jede Aktivität zu optimieren. Das flexible Büro im Sinne von ABW bietet Wahlfreiheit und damit Autonomie, während Desk Sharing ohne Zonierung oft zu Lärm und Frustration führt.

Hybrides Arbeiten optimal durch ein flexibles Büro ergänzen

Activity Based Working ist die perfekte Ergänzung zum Hybriden Arbeiten. Das Homeoffice wird zur Fokuszone für ungestörte Konzentrationsarbeit, während das Unternehmensbüro zum Ort für Kollaboration, soziale Interaktion und Unternehmenskultur wird. Das flexible Büro stellt sicher, dass jede Präsenz im Office einen Mehrwert liefert.

Praxis-Tipp

Fokuszonen vs. Desk-Sharing-Flächen: Platzieren Sie Fokuszonen nicht direkt neben der Kaffeeküche oder der Hauptverkehrsachse. Der physische Abstand symbolisiert und sichert die benötigte Ruhe.

Die vier Ebenen des Erfolgs: Voraussetzungen für die Umsetzung von Activity Based Working

Viele ABW-Projekte scheitern, weil sie nur die Möbel austauschen. Ein erfolgreiches Büro der Zukunft baut jedoch auf vier untrennbaren Säulen auf, die an das "Bricks, Bytes & Behaviour"-Modell angelehnt sind:

  • Der Raum (Bricks): Die physische Gestaltung (Akustik, Ergonomie, Beleuchtung).
  • Die Technik (Bytes): Die digitale Infrastruktur (WLAN, mobile Endgeräte, Buchungssysteme).
  • Die Kultur (Behaviour): Die gelebten Werte (Vertrauen, Eigenverantwortung, Leadership).
  • Das Management (Prozess): Klare Governance und laufende Optimierung.

Ohne die Verschränkung dieser vier Ebenen bleibt der Mehrwert von Activity Based Working Theorie. Führungskräfte müssen das Konzept nicht nur tolerieren, sondern aktiv vorleben.

Technologie als Schlüssel: Mobile Arbeitsplätze und IoT in modernen Arbeitswelten

Die Technologie-Ebene (Bytes) ist der stille Motor des ABW. Nur wenn die IT nahtlos funktioniert, können Mitarbeiter ihren flexiblen Arbeitsplatz mühelos wechseln. Dazu gehören:

Mobile Infrastruktur: Laptops, Cloud-Zugriff, flächendeckendes WLAN.

Workplace Apps & Sensorik: Intelligente Raumbuchungssysteme, die die Auslastung messen und freie Plätze anzeigen. Dies unterstützt nicht nur die User, sondern liefert auch essenzielle Daten für die Büroraumplanung.

Kultureller Wandel: Führung, Vertrauen und Behaviour im flexiblen Büro

Die Kultur (Behaviour) ist die größte Herausforderung. ABW ersetzt physische Kontrolle durch Vertrauen.

Praxis-Tipp

Führung als Vorbild: Weisen Sie der Führungsebene keine festen Einzelbüros mehr zu. Wenn der CEO selbst den Team-Hub für Besprechungen nutzt, demonstriert dies Vertrauen und Akzeptanz für das neue Konzept von oben.

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Leitfaden für die Umsetzung von Activity Based Working: In 5 strategischen Schritten zur optimalen Büroraumplanung

Der Wandel zum Activity Based Working ist ein strukturierter Prozess. Wir führen Sie durch die entscheidenden Schritte:

Schritt 1: Analyse & Datenerhebung – Die Basis für flexible Arbeitsplätze

Bevor auch nur ein einziger Schreibtisch verschoben wird, benötigen Sie Daten.

  • Vermeiden Sie diese Stolperfalle: Kein Konzept ohne fundierte Analyse.

  • Methode: Nutzen Sie Aktivitätstagebücher, Mitarbeiter-Befragungen und anonyme Nutzungsanalysen.
  • Ziel: Ermitteln Sie den tatsächlichen Bedarf an Fokusarbeit vs. Teamarbeit, um das richtige Verhältnis der Zonen in Ihrer Büroraumplanung zu bestimmen.

Praxis-Tipp

Folgen Sie dem Pareto-Prinzip (auch 80/20-Regel der Analyse): Finden Sie heraus, welche 20 Prozent der Tätigkeiten 80 Prozent der Zeit einnehmen. Bei vielen Unternehmen ist es fokussiertes Lesen/Schreiben und geplante 1:1-Gespräche. Konzentrieren Sie Ihre Büroraumplanung auf diese Kernbedürfnisse.

Schritt 2: Konzept & Zonierung – Bedarf in ein flexibles Büro übersetzen

Auf Basis der Analyse erfolgt das Design Ihres flexiblen Büros.

  • Entwerfen Sie bedarfsgerechte Flächenverteilungen. Wo benötigen Sie schallisolierte Räume? Wo eine informelle Lounge?

  • Beziehen Sie Experten für Akustik und Licht hinzu, denn Lärm ist die Hauptursache für das Scheitern von Großraumkonzepten.
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Schritt 3: Pilotphase & Feedback – Activity Based Working testen und validieren

Führen Sie das neue Konzept nicht über Nacht flächendeckend ein.

  • Starten Sie mit einem Proof of Concept in einer Pilotzone oder einem Team.

  • Sammeln Sie strukturiertes Feedback und nehmen Sie schnelle, iterative Anpassungen vor. Dies schafft Akzeptanz und reduziert Widerstand.

Schritt 4: Einführung & Kommunikation – Change Management in modernen Arbeitswelten

Der Erfolg hängt von den Menschen ab. Die Einführung von Activity Based Working ist zu 80 Prozent Kommunikation.

  • Netiquette: Erarbeiten Sie gemeinsam mit den Teams klare Verhaltensregeln – die sogenannte ABW-Netiquette (flüstern in der Fokuszone, keine festen flexiblen Arbeitsplätze belegen).

  • Schulung: Trainieren Sie die Angestellten in der Nutzung der Zonen und der neuen Technologien (Buchungssysteme).
  • Führung: Sorgen Sie dafür, dass das Management das moderne Arbeitswelten-Konzept aktiv vorlebt.

Schritt 5: Monitoring & Optimierung – Den langfristigen Erfolg im Büro der Zukunft sichern

Activity Based Working ist ein lebendiges System.

  • Überprüfen Sie regelmäßig die Auslastung der Zonen und die Zufriedenheit.

  • Das flexible Büro erfordert kontinuierliche Anpassung, um nachhaltig zu funktionieren.

Erfolgsmessung: KPIs für Activity Based Working belegen

Wie belegen Sie, dass die Investition in Ihr Büro der Zukunft erfolgreich war?

Die Messbarkeit des Erfolgs ist entscheidend für die Akzeptanz des Managements. Relevante KPIs umfassen:

  • Mitarbeiterzufriedenheit: Steigerung der wahrgenommenen Autonomie und des Wohlbefindens.

  • Nutzungsquoten je Zone: Stimmt die Verteilung der Zonen mit dem tatsächlichen Nutzungsverhalten überein?
  • Flächeneffizienz: Reduzierung der Quadratmeter pro Person und Senkung der Betriebskosten.
  • Employer Branding: Wie wird das Konzept bei Bewerbern wahrgenommen?

Setzen Sie auf Workplace-Analytics-Tools und regelmäßige Befragungen, um fundierte Daten zu erhalten.

Praxis-Tipp

Fragen Sie spezifisch: Fragen Sie in der Mitarbeiterbefragung nicht nur nach der allgemeinen Zufriedenheit. Stattdessen:

  • „Fühlen Sie sich durch die Zonierung in Ihrer Fokusarbeit effektiver unterstützt?“ 

  • „Wie beurteilen Sie die Akustik in den Kollaborationszonen?“ 

Nur so erhalten Sie verwertbare KPIs.

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Fazit: Activity Based Working als strategisches Investment

Activity Based Working ist das strategische Werkzeug, um Ihr Unternehmen fit für Hybrides Arbeiten und moderne Arbeitswelten zu machen. Es ist eine Investition, die in Produktivität, Mitarbeiterbindung und Flächeneffizienz resultiert.

Der Weg zum flexiblen Büro erfordert Mut zur Veränderung, vor allem aber eine ganzheitliche und datenbasierte Büroraumplanung. Verlassen Sie sich nicht auf reine Spekulationen oder das Kopieren anderer Unternehmen.

Der erste Schritt ist die Analyse.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihren tatsächlichen Bedarf zu ermitteln und einen maßgeschneiderten, strategischen Leitfaden für Ihr Activity Based Working-Projekt zu entwickeln.

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